Ursula Karusseit

* 02.08.1939 in Elbing
† 01.02.2019
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Angelegt am 06.02.2019
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Über den Trauerfall (8)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Ursula Karusseit, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Leben

06.02.2019 um 12:00 Uhr von Redaktion

Karusseit wurde in Elbing geboren. Nach der Vertreibung 1945 wuchs Ursula Karusseit in Parchim und in Gera auf. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete die Lehrerstochter als Stenotypistin und Sachbearbeiterin und wirkte nebenbei in der Laienkabarettgruppe ihres Betriebes mit. Sie erhielt von 1960 bis 1962 an der Staatlichen Schauspielschule Berlin-Schöneweide ihre Schauspielausbildung und anschließend Engagements am Deutschen Theater Berlin, dem Maxim-Gorki-Theater und eine viele Jahre währende Festanstellung im Ensemble der Berliner Volksbühne. In der Ära Benno Besson (1969 bis 1977) feierte sie dort europaweit Erfolge. 1969 heiratete sie Besson, ihr gemeinsamer Sohn Pierre Besson (* 1967) ist ebenfalls Schauspieler. Karusseit glänzte vor allem in den Stücken Der Drache (Deutsches Theater Berlin, Rolle Elsa) und Der gute Mensch von Sezuan (Volksbühne, Rolle Shen Te).

 

 

Ursula Karusseit (rechts) wird von ihrer Serienkollegin Arzu Bazman zur Goldenen Henne für ihr Lebenswerk beglückwünscht (2009)

Im Jahr 1984 debütierte Karusseit als Regisseurin mit John M. Synges Der Held der westlichen Welt. Seit Mitte der 1980er-Jahre hatte Karusseit zahlreiche Gastengagements in Westdeutschland, so trat sie etwa 1986 als Mutter Courage im gleichnamigen Stück am Kölner Schauspiel auf.

 

Ihr Filmdebüt gab Ursula Karusseit 1963 in Lothar Bellags Fernsehfilm Was ihr wollt. Mit ihrer Darstellung der Gertrud Habersaat im TV-Mehrteiler Wege übers Land nach Helmut Sakowski erlangte sie bis über die Grenzen der DDR hinaus große Popularität. In dem Vierteiler Eva und Adam verkörperte sie im ersten Film die Hauptrolle der Helga Lorenz an der Seite von Dietmar Richter-Reinick. Bekannt wurde sie außerdem durch Filme wie das antifaschistische Filmepos über die Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen, KLK an PTX – Die Rote Kapelle (1971), oder das Märchen Die vertauschte Königin (1984). Nach der Wiedervereinigung war Karusseit hauptsächlich im Fernsehen beschäftigt, darunter seit 1998 als Charlotte Gauss in der ARD-Fernsehserie In aller Freundschaft. Außerdem lehrte sie gelegentlich an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg, beteiligte sich stimmlich an der Produktion von Hörspielen und tourte mit dem Programm Jazz, Lyrik, Prosa durch Deutschland.

 

Zuletzt lebte Karusseit in Senzig südlich von Berlin und heiratete 1998 in zweiter Ehe ihren langjährigen Lebensgefährten, den Beleuchtungstechniker Johannes Wegner. Sie starb am 1. Februar 2019 im Alter von 79 Jahren in einer Berliner Klinik an den Folgen eines Herzleidens. Im März 2019 soll postum unter dem Titel Zugabe ein Buch von ihr erscheinen, an dem sie zuletzt noch gearbeitet hatte.

Politisches Engagement

06.02.2019 um 12:00 Uhr von Redaktion

Bei der Bundestagswahl 2009 rief Karusseit öffentlich zur Wahl der Partei Die Linke auf.

Filmografie

06.02.2019 um 11:59 Uhr von Redaktion

1968: Wege übers Land (TV-Fünfteiler)

1971: KLK an PTX – Die Rote Kapelle

1971: Der Arzt wider Willen (Theateraufzeichnung)

1973: Eva und Adam (TV-Vierteiler)

1974: Der nackte Mann auf dem Sportplatz

1976: Daniel Druskat (TV-Fünfteiler)

1977: Tod und Auferstehung des Wilhelm Hausmann

1977: Camping, Camping

1979: Pinselheinrich (Fernsehfilm)

1980: Levins Mühle

1980: Puppen für die Nacht (Fernsehfilm)

1981: Die Stunde der Töchter

1982: Familie Rechlin (TV-Zweiteiler)

1983: Olle Henry

1983: Märkische Chronik (Fernsehserie)

1984: Die vertauschte Königin

1985: Die Gänse von Bützow

1986: Weihnachtsgeschichten (Fernsehfilm)

1987: Einzug ins Paradies (Fernsehserie)

1987: Polizeiruf 110 – Abschiedslied für Linda (Fernsehreihe)

1991: Die Sprache der Vögel (Fernsehfilm)

1993: Wer zweimal lügt (Fernsehfilm)

1998–2019: In aller Freundschaft (Fernsehserie)

1999: Nachtgestalten

1999: Waschen, Schneiden, Legen

2003: Ich leih dir meinen Mann (Fernsehfilm)

2003: Schloss Einstein (Fernsehserie, vier Folgen)

2004: Ein Engel namens Hans-Dieter

2005: Polizeiruf 110 – Vorwärts wie rückwärts (Fernsehreihe)

2006: Elementarteilchen

2006: Willkommen in Lüsgraf

2007: Tatort – Die Falle (Fernsehreihe)

2008: Tischlein deck dich (Fernsehfilm)

2013: Willkommen auf dem Land (Fernsehfilm)

2013: In aller Freundschaft: Bis zur letzten Sekunde (Fernsehfilm)

2014: Wir tun es für Geld (Fernsehfilm)

2014: Dr. Klein (Fernsehserie, zwei Folgen: Rückschläge, Rausch)

2014: Die letzten Millionen – Wenn das Altenheim im Lotto gewinnt

2014: Neufeld, mitkommen!

2015: Eins ist nicht von dir (Fernsehfilm)

Theater

06.02.2019 um 11:58 Uhr von Redaktion

1964: Manfred Bieler: Nachtwache – Regie: Hans-Joachim Martens (Volksbühne Berlin – Theater im III. Stock)

1964: Robert Planchon nach Alexandre Dumas der Ältere: Die drei Musketiere – Regie: Rudolf Vedral (Volksbühne Berlin)

1965: Peter Hacks: Moritz Tassow (Rote Rosa) – Regie: Benno Besson (Volksbühne Berlin)

1966: William Shakespeare: Maß für Maß (Isabella) – Regie: Adolf Dresen (Deutsches Theater Berlin)

1967: Horst Salomon: Ein Lorbaß – Regie: Benno Besson (Deutsches Theater Berlin)

1967: Rolf Schneider: Prozeß in Nürnberg – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin)

1970: Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan (Shen Te) – Regie: Benno Besson (Volksbühne Berlin)

1970: Walentin Katajew: Avantgarde (Polina, Tschorbas Frau) – Regie: Fritz Marquardt (Volksbühne Berlin)

1971: Heiner Müller: Weiberkomödie (Jenny Nägle) – Regie: Fritz Marquardt (Volksbühne Berlin)

1971: Carlo Gozzi: König Hirsch (Smeraldina) – Regie: Benno Besson/Brigitte Soubeyran (Volksbühne Berlin)

1972: Tirso de Molina: Don Gil von den grünen Hosen (Dona Clara) – Regie: Brigitte Soubeyran (Volksbühne Berlin)

1973: Mittelalterliches Jahrmarktstück: Vom Furz (Ehefrau) – Regie: Brigitte Soubeyran (Volksbühne Berlin – Linkes Seitenfoyer)

1975: Jean Racine: Britannicus (Agrippine) – Regie: Brigitte Soubeyran (Volksbühne Berlin)

1979: Ferenc Molnár: Liliom (Jule) – Regie: Brigitte Soubeyran/Irene Böhme (Volksbühne Berlin)

1980: Euripides: Die Frauen von Troja (Hekabe) – Regie: Berndt Renne (Volksbühne Berlin – Theater im III. Stock)

1984: Gerhart Hauptmann: Schluck und Jau (Hofdame Adeluz) – Regie: Siegfried Höchst/Gert Hof (Volksbühne Berlin)

1985: Wsewolod Wischnewski: Optimistische Tragödie (Kommissarin) – Regie: Siegfried Höchst/Gert Hof (Volksbühne Berlin)

Hörspiele

06.02.2019 um 11:58 Uhr von Redaktion

1980: Georg Büchner: Dantons Tod (Julie) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel – Rundfunk der DDR)

1981: Joachim Brehmer: Der Doppelgänger (Evelyn) – Regie: Achim Scholz (Hörspiel – Rundfunk der DDR)

1983: Hans Christian Andersen: Die Schneekönigin (Räuberweib) – Regie: Rainer Schwarz (Kinderhörspiel – Litera)

1996: Holger Böhme: Stillleben mit Dorf und Leichen – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel – ORB/RB)

1999: Isaak Babel: Die Reiterarmee (Saska, weiblich) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel (3 Teile) – MDR/DLR)

2003: Dylan Thomas: Unter dem Milchwald (Rosie Probert) – Regie: Götz Fritsch (Hörspiel – MDR)

2008: A. L. Kennedy: Paradies – Bearbeitung und Regie: Irene Schuck (Hörspiel – MDR/NDR)

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