Kondolenzkarten: Auswahl und Gestaltung

 

Fehlen Ihnen bei traurigen Anlässen die Worte? Gerade, wenn es darum geht, Angehörigen unser Beileid auszusprechen, fällt die Formulierung oftmals schwer. Dabei ist es gar nicht so kompliziert, Kondolenzkarten zu schreiben. Mit unserer kleinen Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellen Sie in wenigen Minuten das perfekte Schreiben.

Grundsatz: Lassen Sie Ihr Herz sprechen

Egal, in welchem Schritt der Kartengestaltung Sie sich befinden, hören Sie auf Ihre innere Stimme. Versuchen Sie sich immer, in den Angehörigen hineinzuversetzen. Denken Sie auch an den Verstorbenen. Je mehr Gefühle Sie in sich selbst erzeugen, desto authentischer und persönlicher gelingt das Kondolieren.

Es mag sein, dass Sie selbst vom Schmerz des Verlustes übermannt werden. Lassen Sie diese Gefühle ruhig zu. Sie können die Gestaltung des Kondolenzschreibens direkt dazu nutzen, mit Ihrer eigenen Trauerarbeit zu beginnen. Und je mehr Herzblut in die Erstellung der Beileidskarte einfließt, desto größeren Anklang wird sie bei der Trauerfamilie finden.

Die Auswahl der richtigen Kondolenzkarte

Beileidskarten lassen sich in zwei grobe Kategorien einteilen – weltliche und christliche Exemplare. Sind weder der Verstorbene noch seine Hinterbliebenen gläubig, dann wählen Sie besser ein Modell mit weltlicher Symbolik. Findet die Beisetzung dagegen im kirchlichen Rahmen statt, sind beide Versionen in Ordnung.

Es gibt Karten in Schwarz-Weiß, aber auch Farbige. In der Regel eignen sich für die Gestaltung eher gedeckte Töne. Aber das ist kein in Stein gemeißeltes Gesetz. Sie können durchaus auch eine fröhliche Kondolenzkarte wählen, wenn der Kontext stimmig ist. War der Verstorbene dafür bekannt, dass leuchtendes Orange seine Lieblingsfarbe war? Dann ist es vertretbar, diesen Ton für die Beileidskarte zu verwenden.

Wenn Sie ein Schriftstück wählen, das auffällig von der Norm der Trauer-Papeterie abweicht, begründen Sie diese Wahl. Schreiben Sie den Angehörigen ruhig, dass die fröhlichen Motive Sie beispielsweise an das heitere Gemüt des Verblichenen erinnern. Wichtig ist eine gute Portion Einfühlungsvermögen. Niemand will den Eindruck erzeugen, dass er froh über den Tod eines Menschen ist.

Ein weiterer Punkt bei der Kartenauswahl ist die Einzigartigkeit. Es vermittelt keine besondere Aufmerksamkeit, wenn die Hinterbliebenen mehrmals das gleiche Karten-Exemplar aus dem Supermarkt erhalten. Das Team von karten-paradies.de bietet genau deshalb einen besonderen Service an. Sie können dort nicht nur selbst die Gestaltung der Beileidskarte übernehmen, sondern für einen geringen Aufpreis sogar einen Designer ans Werk schicken. Einzigartigkeit ist damit garantiert.

Setzen Sie beim Format des Beileidsschreibens auf Klappkarten. Diese wirken hochwertiger. Zudem bieten Sie Ihnen mehr Platz für Ihre Worte. Ja, auch wenn Ihnen das Schreiben der Karte im Moment noch Angst macht, sollten Sie sich Raum für Ausdruck lassen.

Beileidskarten richtig formulieren

Starten wir direkt bei der Anrede. Bereits hier tauchen häufig Fragezeichen auf. Sprechen Sie die Angehörigen ruhig so an, wie sie es auch im echten Leben tun würden. Ist das Verhältnis eng, verwenden Sie die Vornamen, ansonsten die Nachnamen.

Schreiben Sie die Karte an mehrere Personen, adressieren Sie wahlweise an die ganze Familie oder trennen die einzelnen Namen durch Komma ab. Nach dem Komma wird auch hier klein weitergeschrieben.

  • Liebe/r (Vorname), liebe/r (Vorname)
  • Liebe Familien (Nachname)
  • Sehr geehrte/r Frau/Herr (Nachname), sehr geehrte/r Frau/Herr (Nachname)
  • Sehr geehrte Familie (Nachname)

Noch schwerer als die Anrede fällt häufig die Einleitung. Erklären Sie zunächst vielleicht, wie und wann Sie von dem Trauerfall erfahren haben. Lassen Sie den Namen des Verstorbenen einfließen, damit die Karte persönlicher wirkt. Es ist völlig legitim, einen gebräuchlichen Spitznamen des Verblichenen zu verwenden. Das gilt vor allem dann, wenn Sie den Menschen zu Lebzeiten immer damit angesprochen haben.

Denken Sie daran, Ihre Gefühle auszudrücken. Schreiben Sie, dass Sie bestürzt sind oder tieftraurig. Vielleicht können Sie es auch noch überhaupt nicht wahrhaben, dass der Mensch aus dem Leben geschieden ist. Dann erwähnen Sie das den Angehörigen gegenüber.

Erinnern Sie sich im nächsten Abschnitt an gemeinsame Momente mit dem Verstorbenen. Vielleicht fallen Ihnen auch besondere Charakterzüge, Vorlieben oder Interessen des Toten ein. Teilen Sie Ihr wichtigstes Andenken mit den Angehörigen. Es darf sich ruhig um eine Begebenheit handeln, die zum Schmunzeln anregt. Dadurch zaubern Sie bei den Hinterbliebenen ein leises Lächeln auf die Lippen.

Beispiele:

  • Aus der Zeitung habe ich heute erfahren, dass Frau Schneider verstorben ist. Ich bin fassungslos und gleichzeitig tieftraurig. Ich kann mich noch gut erinnern, als sie mich damals an meinem ersten Arbeitstag in der Firma empfangen hat. Ihre herzliche Art hat mir direkt die Aufregung genommen.
  • Erschüttert haben wir heute vom Tod von Max erfahren. Wir können es nicht glauben. Nie werden wir vergessen, wie mich zur Geburt unserer Tochter notarztmäßig ins Krankenhaus gefahren hat, während Thomas im Stau steckte.
  • Die Nachricht von Kathis plötzlichem Tod bestürzt meine Familie und mich zutiefst. Jahrelang hat sie unsere Kinder von der Schule abgeholt, ihnen Mittagessen gekocht und sie bei den Hausaufgaben betreut.

 

Schauen Sie sich auch gerne unsere ausformulierten Kondolenz-Beispiele an. Wir stellen dort Vorlagen unter anderem für Beileidskarten nach einem Unfall, langer schwerer Krankheit oder beim Tod eines Bekannten bereit.

 

Im vorletzten Schritt sprechen Sie Ihr Beileid und Mitgefühl aus. Erwähnen Sie, dass Sie in Gedanken bei den Angehörigen sind oder sich in der schweren Zeit mit ihnen verbunden fühlen. Vielleicht möchten Sie die Trauernden gerne unterstützen? Bieten Sie ruhig Ihre Hilfe im Alltag, eine Schulter zum Ausweinen oder ein offenes Ohr an. Möglicherweise fallen Ihnen bereits konkrete Dinge ein, die Sie offerieren möchten. Nutzen Sie dazu gerne die Kondolenzkarte.

 

Es ist wichtig, dass es Ihnen mit dem Hilfsangebot ernst ist. Erklären Sie sich nur zu Dingen bereit, die Sie auch wirklich umsetzen wollen. Nehmen die Angehörigen Ihre Offerte an, dann sollten Sie diese auch erfüllen. 

 

Versuchen Sie, den Abschluss möglichst positiv zu formulieren. Achtung, hier besteht Floskel-Gefahr. Vermeiden Sie unbedingt Sätze wie “Die Zeit heilt alle Wunden”. Stattdessen können Sie beispielsweise erwähnen, dass Sie die Erinnerung an den Verstorbenen immer im Herzen tragen.

Es ist außerdem angebracht, den Hinterbliebenen viel Kraft für die schwere Zeit zu wünschen. Zum Schluss unterzeichnen Sie mit Vor- oder Familiennamen, je nach Beziehung zu den Hinterbliebenen.

 

Akzente setzen mit einem Trauerspruch

Vorder- oder linke Innenseite der Kondolenzkarten bieten den perfekten Raum für einen tiefsinnigen Spruch. Dieser verleiht dem Schriftstück zusätzlich Ausdruck. Keine Sorge, Sie brauchen hier nicht selbst zum Poeten zu werden. Die Auswahl von passenden Zitaten ist groß. Im Internet finden Sie eine umfangreiche Sammlung an Sprüchen.

Der perfekte Spruch ist derjenige, der am besten zum Verstorbenen passt. Bei christlichen Menschen eignen sich Bibel-Verse gut. Ansonsten dürfen es weltliche Zitate sein. Überlegen Sie. Gibt es vielleicht einen Schriftsteller oder Komponisten, den der Tote sehr verehrte? Möglicherweise finden Sie in deren Repertoire eine passende Zeile?

Zeitlose Kondolenz-Sprüche sind:

  • „Die Hoffnung ist wie ein Sonnenstrahl, der in ein trauriges Herz dringt. Öffne es weit und lass sie hinein.“ Christian Friedrich Hebbel
  • „Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.“ Ernest Hemingway
  • „Die Bande der Liebe werden mit dem Tod nicht durchschnitten.“ Thomas Mann

Versand der Kondolenzkarten

Nachdem Ihre Beileidskarte nun fertig gestaltet und geschrieben ist, muss sie den Angehörigen zugehen. Sie können sie auf der Beerdigung persönlich überreichen. Alternativ senden Sie das Schriftstück per Post. Einen vorgeschriebenen Versandzeitpunkt gibt es nicht. Allerdings wird empfohlen, die Karte alsbald, nachdem Sie vom Tod Ihres Verwandten, Freundes oder Bekannten erfahren haben, zu verschicken.

Falls Sie erst viele Woche nach dem Ableben informiert wurden, kondolieren Sie trotzdem. Natürlich ist es eine Gratwanderung, weil die Hinterbliebenen vielleicht gerade die erste Schmerzwelle verarbeitet haben. Dennoch ist es für Sie und auch die Angehörigen wichtig, dass Sie Ihr Beileid ausdrücken.